Ein denkmalgeschützes Gebäude wird saniert.

Das Gebäude vor der Renovierung

Das Gebäude vor der Renovierung

In enger Zusammenarbeit mit Dr. Hussendörfer vom Landesdenkmalamt hat Architekt Heinrich Höhn aus Neckartenzlingen die Pläne für die Renovierung des Gebäudes Hauptstraße 16 in Neckartenzlingen gefertigt. Das Haus wurde in den Jahren 1619 bis 1622 gebaut und beherbergte einst die Gaststätte Hirsch. Auch nach erfolgter Sanierung wird im Gebäude wieder eine Gaststätte Einzug halten, dann allerdings im großen Gewölbekeller. Im Ober- und Dachgeschoss entstehen drei Wohnungen.

Eines der ältesten Gebäude – Jahreszahl 1619 im Torbogen – Wohnungen und Gaststätte entstehen.

NECKARTENZLINGEN (ali). Eines der ältesten Neckartenzlinger Gebäude, das unter Denkmalschutz stehende Haus Hauptstraße 16, wird derzeit vom ‚Scheitel bis zur Sohle‘ renoviert. Mit seinem hübschen Torbogen, von dem allerdings nur noch der kleine vorhanden ist, dem Fachwerkgiebel und den runden Türen sowie dem schönen Hofraum ist das ehemalige Bauernhaus nach erfolgter Sanierung sicherlich eine Zierde für die Ortsdurchfahrt. Im historischen Gemäuer entstehen derzeit nach den Plänen des Neckartenzlinger Architekten Heinrich Höhn im Obergeschoss sowie im Dachgeschoss drei Wohnungen und im großen Gewölbekeller soll eine Gaststätte Einzug halten. Dass es sich bei dem Gebäude Hauptstraße 16 nicht nur um ein sehr altes, sondern für Neckartenzlingen zudem bedeutendes Gebäude handelt, zeigt allein schon der Vermerk im Heimatbuch: ‚Das stattliche Bauernhaus mit dem schönen Holzfachwerk, das 1619 bis 1622 vom damaligen Schultheissen Balthas Aichelin erbaut wurde, wird im Güterbuch von 1721 beschrieben als eine der besten Bewohnung, eine Gastherberge zum Hirsch, mit zwei feinen Stuben, gedoppelter Scheune, beschlossenem Hof mit gutem Schöpfbrunnen, Waschhaus, Metzig, und auch sonst wohl versehen. Die schönste hiessige Herberge. Allerdings nicht an der Landstraße, weshalb keine Fuhrleute sondern nur Bürger dort einkehrten.

Renovierung

Während der Renovierung

Der Inhaber Siglin wanderte 1753 in die neue Welt aus. 1802 wird das Haus zum letzten Mal als Gastherberge bezeichnet.‘ Die im Heimatbuch von Fritz Reiff beschriebenen ‚goldenen‘ Zeiten des großen Fachwerkhauses sind freilich längst verblasst. In den letzten Jahren litt die Bausubstanz. Eine Dettinger Wohnungsbaugesellschaft erwarb das Bauernhaus, um es nach den Plänen des Neckartenzlinger Architekten Heinrich Höhn zu renovieren. Der Planer arbeitete sehr eng mit Dr. Hussendörfer vom Landesdenkmalamt zusammen. Während verschiedene Handwerker sich anfänglich daran machten, Bauschäden zu sanieren, nahm ein freier Restaurator aus Denkendorf die Aussenfassade und einige Wohnräume genauer unter die Lupe. Er stellte fest, dass von der fränkischen Anlage heute lediglich noch das Wohnhaus mit den ehemaligen Stallungen im Erdgeschoss erhalten ist. Außerdem wurde das Gebäude in den letzten 100 Jahren außen und innen mehrfach umgebaut. Dennoch brachte der Restaurator bei seinen Untersuchungen unter anderem einen ehemaligen Kachelofeneinbau in der guten Stube an der Nord-West-Wand, an der Rückwand einfache Gefachemalerei mit schwarzen Bändern und grau gefasstem Unterzug sowie Tapeten mit Zeitungsmakulatur von 1918 zu Tage. Teile der noch vorhandenen Wandmalereien werden auf Vorschlag des Restaurators und in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt erhalten, für Dokumentationszwecke freigelegt und hinter Glas sichtbar gemacht.

Hauptansicht

Die Hauptansicht von der Straße

Sehr schön erhalten mitsamt der Jahreszahl der Erbauung 1619 und zwei Zeichen ist die rundbogenförmige Einfassung der Haustür aus Sandstein, ebenso das Rundbogentor zum Keller, das laut Neckartenzlinger Heimatbuch auf früheren starken Weinbau hindeutet. Durch dieses Tor werden nach der Fertigstellung die Gäste das Gasthaus im 16,5 mal 8,10 Meter großen Gewölbekeller betreten, der immerhin 3,50 Meter hoch ist. Fachleute haben, festgestellt, dass das Gewölbe aus heimischem Sandstein und noch sehr gut erhalten ist. Ob an die Tradition des Hauses angeknüpft und der Name des ehemaligen Gasthauses übernommen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist indessen, dass aus dem Gebäude Hauptstraße 16 nach erfolgreich abgeschlossener Sanierung sicherlich ein optisches Schmuckstück wird. Neben der Gaststätte im Gewölbe entstehen im Erdgeschoss, das früher den Stall beherbergte und deshalb nur kleine Fenster hat, Nebenräume, im Obergeschoss sind zwei Wohnungen und im Dachgeschoss eine sehr geräumige Wohnung geplant. Architekt Höhn rechnet mit der Fertigstellung zum Jahresende.
Zeitungsbericht von 1990 nach der Renovierung und zu den vorigen Pächtern des Hirschkellers.
Bericht aus der Nürtinger Zeitung (Samstag 31. März 1990)

15 Stufen

15 Stufen abwärts liegt der Himmel für Pizza, Pasta & Co.

Spätestens dann, wenn Sebastiano oder Alessandro mit südländischer Verzweiflung so herrlich dramatisch zu Ihnen sagen, dass das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt ist, wissen Sie, dass Sie einen „Geheimtipp“ erhalten haben. Exzellente Küche, hervorragende Weine, gemütliche Atmosphäre, freundliche Bedienung – ja, in Deutschland – das ist der Stoff, aus dem jeder kulinarische Geheimtipp gebraut wird. Warum mussten Sie ausgerechnet am Wochenende unangemeldet vor der Tür stehen? Haben Sie keinen Kabelanschluß? So mies ist das Fernsehen ja auch wieder nicht. Zur Sache: Enoteca-Hirschkeller, Hauptstraße 16, Neckartenzlingen. Traumhaft! Nach genau 15 Stufen stehen Sie in einem historischen Gewölbekeller auf einem wunderbaren Terracotta-Boden.

Giuseppe und Giuseppina Sequenzia waren nur für dieses Foto aus der Küche zu locken

Giuseppe und Giuseppina Sequenzia waren nur für dieses Foto aus der Küche zu locken

Giuseppe und Giuseppina Sequenzia bekommen Sie nicht zu sehen, denn beide haben für 50 bis 60 erwartungsvolle Gäste Pizza, Pasta & Co. herzurichten. Mama bereitet die besten Salate, der Chef den Pizzateig nach einem alten Rezept seiner Vorfahren in Siracusa auf Sizilien. Was wir für eine Empfehlung aussprechen sollen, wollen Sie wissen? Die beste ist, Sebastiano oder Alessandro zu fragen, was die Küche heute als Spezialität zu bieten hat. Sie können aber auch beginnen mit Polpo alla Luciana (Oktopus mit Zwiebeln und Rotwein), oder Miesmuscheln mit der Wahl zwischen zwei herrlichen Saucen. Der Hauptgang könnte Fisch sein, denn auch da ist Chef Giuseppe unschlagbar. Seit vier Jahren gilt der Hirschkeller als Pilgerort für alle, die in tiefe Depressionen fallen würden, wenn es ihn nicht gäbe. Ganz unkulinarisch stellen wir fest, dass die Mischung aus Preis und Leistung stimmt. Sehr kulinarisch empfehlen wir alles, was der gepflegte Weinkeller bereithält. Offene italienische Weine und exzellente Flaschenweine zu günstigen Preisen helfen nicht darüber hinweg, das exakt 15 Stufen wieder nach oben führen, obwohl manche Gäste schon behauptet haben, dass die Anzahl der Stufen nach oben größer sei, als nach unten. Ja, ja, der Chiantiwein.

Gäste

Im gemütlichen Ambiente der Enoteca Hirschkeller fühlen sich die Gäste ganz wie zu Hause.

Gehören Sie zu den Genießern, die Pizza, Pasta & Co. unter freiem Himmel noch mehr mögen? Ab zum Hirschkeller, denn für 25 Personen (manchmal einige mehr) bietet die Freiluftterrasse Platz. Damit Sie nun streng überprüfen können, ob wir den Hirschkeller zu hoch gelobt haben, muß zunächst sichergestellt sein, das Sebastiano und Alessandro Sie mit Ihrem Namen begrüßen und an den reservierten Tisch begleiten. Deshalb nun der geheimste aller Geheimtipps: 07127/35043 oder im Telefonbuch nachgucken. Ob an diesem Samstag schon alle Tische reserviert sind, wissen wir natürlich nicht. Berufen Sie sich auf unsere Empfehlung, das hilft garantiert.

Service

Für den vorzüglichen Service verantwortlich: Sebastiano und Alessandro Sequenzia.